Stadtgruppe Freiburg

Wir sind zur Zeit 5 aktive Mitglieder ab ca. 30 Jahren.
Anlässlich der Freiburger Partnerstadt Isfahan liegt unser thematischer Schwerpunkt auf Menschenrechts- verletzungen im Iran.

Seit einigen Jahren setzen wir uns für Mohammad Reza Haddadi ein, der im Jahr 2004 wegen eines im Alter von 15 Jahren mutmaßlich begangenen Verbrechens zum Tode verurteilt worden war. In den vergangenen Jahren wurden mehrere angesetzte Hinrichtungstermine verschoben. Amnesty International fordert die Aufhebung der Todesstrafe gegen ihn.

Weitere Aktivitäten unserer Gruppe ist die Menschenrechtsbildung, z.B. durch Podiumsdiskussionen zu unterschiedlichen menschenrechtlichen Themen, das Versenden von Briefen im Rahmen von Urgent Actions zu aktuellen Einzelfällen oder Briefe gegen das Vergessen und die Öffentlichkeitsarbeit, z.B. mit Informationsständen.

Briefaktion Mohammad Reza Haddadi

Wer unsere Briefaktion unterstützen möchte, findet hier Briefvorschläge in deutscher und englischer Sprache: Haddadi_de_2020 und Haddadi_eng_2020.

 

 

GRUPPENTREFFEN

Wir treffen uns für gewöhnlich einmal monatlich am 2. Donnerstag im Monat
um 19:00 Uhr im Amnesty-Büro in der Basler Straße 20 und freuen uns immer über neue Mitglieder!

WICHTIGER HINWEIS
Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit in der Stadtgruppe Freiburg haben, freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme unter info@amnesty-suedbaden.de, da unsere Gruppentreffen aufgrund der coronabedingten Einschränkungen vorübergehend nicht öffentlich stattfinden.

 

SCHWERPUNKT IRAN

Im Iran kommt es weiterhin zu diversen Menschenrechtsverletzungen. Die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie Glaubens- und Religionsfreiheit sind massiv beschränkt, ethnische Minderheiten werden diskriminiert, die Glaubensgemeinschaft der Baha´i, für die wir uns jahrelang eingesetzt haben, ist weiterhin Verfolgungen ausgesetzt. Es gibt zahlreiche Berichte über Folter und unfaire Gerichtsverfahren, in denen Menschen auch zu Tode verurteilt werden. Zudem gehen Behörde mit großer Härte gegen Menschenrechtsverteidiger_innen, Gewerkschafter_innen und Andersdenkende vor. Unabhängige Menschenrechtsbeobachter_innen durften  nicht in den Iran einreisen. Deshalb war es Amnesty International nicht gestattet, das Land zu besuchen. (Quelle: Amnesty Report 2019: Iran ).

Ausgewählte aktuelle Fälle

  • Todesstrafe in Isfahan (Stand: 31.07.2020)
    Mehdi Salehi Ghaleh-Shahrokhi, Mohammad Bastami, Abbas Mohammadi, Majid Nazari and Hadi Kiani wurden aufgrund ihrer Teilnahme an den landesweiten Protesten im Dezember 2017/ Januar 2018 in Freiburgs Partnerstadt Isfahan zum Tode verurteilt. Berichten zufolge wurden sie unter Folter zu falschen Geständnissen gezwungen. Wir fordern nachdrücklich die Aufhebung der Todesstrafe!
    Sobald Amnesty International eine Urgent Action startet, wird sie auch an dieser Stelle veröffentlicht.

  • Gemeinsamer Brief an die UN (Stand: 09.09.2020)Gemeinsam mit anderen Organisationen fordert Amnesty International e.V. die Staaten bei der 45. Sitzung des Menschenrechtsrates der UN, für ein UN-Mandat zur Untersuchung der schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte bei den Protesten und in der Folgezeit im November 2019 im Iran einzutreten.
    Amnesty International: Joint Call

 

  • Erfolg: Narges Mohammadi (Stand: 08.10.2020)
    Narges Mohammadi, die sich gegen die Todesstrafe im Iran eingesetzt hatte und dafür zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde, zeigte im August Symptome einer Covid-19-Erkrankung zusätzlich zu mehreren Vorerkrankungen.
    Am 8. Oktober 2020 berichteten mehrere Medien, dass Narges Mohammadi aus der Haft entlassen worden sei.
    Narges Mohammadi bei ihrer Entlassung

 

  • Nasrin Sotoudeh (Stand: 20.05.2021)
    Die iranische Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, für die wir uns mehrfach eingesetzt haben, wurde in zwei unfairen Gerichtsverfahren zu 38 Jahren Gefängnis und 148 Peitschenhieben verurteilt. Sie hatte als Anwältin für Frauen verteidigt, die friedlich gegen den im Iran per Gesetz festgeschriebenen Verschleierungszwang protestiert hatten.
    Der Deutsche Richterbund ehrte Nasrin Sotoudeh am 02. September 2020 mit dem Menschenrechtspreis.
    Am 26. September 2020 wurde bekannt, dass Nasrin Sotoudeh ihren Hungerstreik aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes abbrechen musste. Mit dem Hungerstreik hatte sie vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie, die in iranischen Gefängnissen grassiert, die Freilassung von politischen Gefangenen gefordert.
    ImNovember 2020 und Anfang 2021 wurde bekannt, dass Nasrin Sotoudeh, die unter schweren gesundheitlichen Problemen leidet, für wenige Tage aus dem Gefängnis entlassen wurde.
  • Brief von Nasrin Sotoudeh (07.11.2020)
    Dear friends and human rights activists,With your love and care, I have returned home on medical leave to pursue my treatments. Every day that I spend out of prison, I am waiting to hear the news of the release of all political prisoners.I’d like to express my gratitude for all national and international organizations in Iran and abroad, Bar Associations in various countries, human rights organizations as well as different individuals such as artists, writers, politicians, civil rights activists, defenders of human rights, news outlets and my dear colleagues around the world. It is because of your love and support that political prisoners can endure prison.
    Hoping for the release of all political prisoners,
    Nasrin Sotoudeh
    Nov 7, 2020

Weitere Eilaktionen zu Fällen aus dem Iran zum Mitmachen: Urgent Actions Iran
Weitere Informationen zum Iran: Koordinationsgruppe Iran

 

MIT MENSCHLICHKEIT FÜR MENSCHENRECHTE – 60 Jahre Amnesty International

Mit einem Zeitungsartikel fing alles an. Der britische Rechtsanwalt Peter Benenson veröffentlichte am 28. Mai 1961, nachdem er von zwei aus politischen Gründen verurteilten portugiesischen Studenten gelesen hatte, unter dem Titel „The Forgotten Prisoners“ einen Artikel in der englischen Zeitung „The Observer“. In seinem Beitrag forderte er die Leser auf, mit Appellschreiben an Regierungen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ war der Beginn der Organisation Amnesty International e.V. An diesem „Appeal for Amnesty“ beteiligen sich heute über politische, ethnische oder religiöse Grenzen hinweg weltweit Millionen Menschen und setzen sich mit Briefen und Petitionen gegen Menschenrechtsverletzungen und für die Würde und Rechte Einzelner ein.

Weitere Informationen und Online-Appelle: 60 Jahre Amnesty International: Mit Menschlichkeit für Menschenrechte

British lawyer, Peter Benenson, launches an Appeal for Amnesty ’61 with the publication of an article, ‚The Forgotten Prisoners‘ in The Observer newspaper, London, United Kingdom (UK), on May 28th. The imprisonment of two Portuguese students who had raised their wine glasses in a toast to freedom moved Benenson to write this article which proved to be the genesis of AI.

 

VERGANGENE VERANSTALTUNGEN

Mit Menschlichkeit für Menschenrechte – Mahnwache für Nasrin Sotoudeh, Jani Silver und El Hiblu
Anlässlich des Gründungstages veranstalteten Mitglieder von Amnesty International Freiburg am 28.05.2021 auf dem Freiburger Rathausplatz eine Mahnwache für die iranische Anwältin Nasrin Sotoudeh, die kolumbianische Umweltaktivistin Jani Silver und die „El Hiblu  3“.

Die Unterstützung von Nasrin Sotoudeh, Jani Silver und der drei Jugendlichen, die sich in Sicherheit bringen und andere Menschen schützen wollten, ist online möglich unter:

Aktion für Nasrin Sotoudeh
Aktion für Jani Silver
Aktion für „El Hiblu 3“


Wir bedanken uns bei allen, die unsere Aktion mit dem Unterzeichnen von Appellpostkarten und Spenden unterstützt haben!!!


Tag gegen die Todesstrafe
Am Samstag, 10.10.2020, haben die Freiburger Amnestygruppen am internationalen Tag gegen die Todesstrafe bei einer Mahnwache Unterschriften für die fünf Isfahan zu Tode verurteilten Männer sowie Mohammed Reza Haddadi aus dem Iran und Hoo Yew Wah aus Malaysia gesammelt.
Vielen Dank an alle, die diese Aktion mit Unterschriften und Spenden unterstützt haben!!

Film BERLIN ALEXANDERPLATZ
Am 16. Juli 2020 waren Amnesty International e.V. (Freiburg) und FAIRburg e.V. mit Grußworten und Informationsmaterialien beim Filmstart von Berlin Alexanderplatz im Kino Friedrichsbau in Freiburg dabei.

Da der Film mit der Flucht des Hauptdarstellers über das Mittelmeer beginnt, haben wir auf die Kampagne Leben retten ist kein Verbrechen und die in dem Rahmen laufenden Aktionen hingewiesen.

(Foto: Sévérine Kpoti  http://www.severine-kpoti.de/ )

Berlin Alexanderplatz erzählt die Geschichte von Francis (Welket Bungué). Auf der Flucht von Afrika nach Europa kentert er und rettet sich mit letzter Kraft an einen Strand der Mittelmeerküste. Dort schwört er dem lieben Gott, dass er von nun an ein guter, ein anständiger Mensch sein will. Bald führt Francis‘ Weg nach Berlin und jetzt ist es an ihm, seinen Schwur auch einzuhalten. Doch die Lebensumstände als staatenloser Flüchtling machen es ihm nicht einfach. Das Schicksal stellt ihn auf eine harte Probe.

Weitere Informationen zum Film finden Sie unterhttps://deinkinoticket.de/berlin-alexanderplatz/infos/
Link zum Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=DAzK1LM8cNQ


Mahnwache zu Flüchtlingen im Lager Moria
An Pfingsten findet normalerweise die Jahresversammlung von Amnesty International statt, die in diesem Jahr wegen Corona verschoben werden musste und in deren Rahmen immer eine gemeinsame Öffentlichkeitsaktion stattfindet.
Auf Vorschlag der Jugendvertretung von Amnesty International wurde diese in die einzelnen Städte verlegt. In Freiburg hielten Mitglieder der Hochschulgruppe und Stadtgruppe eine Mahnwache zu den Flüchtlingslagern in Moria.
Die Online-Petition endete am 26.06.2020. Wir bedanken uns bei allen, die diese Petition unterzeichnet haben!
#LeaveNoOneBehind

Mahnwache für Ahmed Altan und Osman Kavala
Der 28.05.1961 gilt als Gründungstag von Amnesty International. Zu diesem Anlass hielten Mitglieder der Freiburger Stadtgruppe von Amnesty International e.V. eine Mahnwache für den Journalisten Ahmed Altan und den Geschäftsmann Osman Kavala ab, die neben weiteren Menschenrechtsverteidiger_innen wegen der Wahrnehmung ihrer Menschenrechte auf Grundlage der Antiterrorgesetze in der Türkei inhaftiert wurden.

 

29. Mai 2021